Mutti ist jetzt drin und in

Seit gestern ist Mutti im Internet. Damit ist schon mal bewiesen: Der Plan hier funktioniert grundsätzlich.

Ganz ohne ihr Zutun ist Mutti jetzt übelst dekadent online: Mit einem Smartphone, das sie in keiner Weise mobile verwendet, sondern das einfach nur im TV-Tisch liegt und via Tethering WLAN für ihren Kindle Fire zur Verfügung stellt. Ja, richtig gelesen – meine Mutter hatte noch nie einen PC in der Hand, und jetzt startet sie gleich mit einem Tablet.

Das macht sie übrigens ausserordentlich gut. Ich hatte wesentliche grössere Hürden erwartet. Damit ist auch ein bisschen bewiesen: Tablet-Geräte sind deutlich intuitiver als so „klassische“ PC. Obwohl während der Einrichtung des neuen Geräts auch so hilfreiche Meldungen kamen wie diese hier:

Screenshot einer merkwürdig formulierten Fehlermeldung des Kindle

Danke Amazon für diese Fehlermeldung. Ich weiss jetzt ganz genau, was ich machen muss.

Es gab allerdings ein Problem, mit dem wir nicht gerechnet hatten. Vielleicht ist meine Mutter ein Vampir und hat keine Körpertemperatur in den Fingerspitzen. Jedenfalls hatte sie kaum Mühe, die Menüs zu kapieren, aber einen Button zu „klicken“, das braucht wohl noch etwas „Fingerspitzengefühl“ (im wahrsten Sinne des Wortes):

Und dann gibts noch so ein paar andere Aspekte rund um das Smartphone als WLAN-Hotspot, die ich mir im Vorfeld vielleicht nicht so richtig gut überlegt habe:

  1. Ich habe genau das gleiche Smartphone wie meine Mutter (ein Samsung Galaxy S1) und das wird als Tethering-Plattform auf Dauer recht heiss. Ich hoffe, es fackelt Mutti nicht das TV-Möbel  ab. Ich würde mich irgendwie schuldig fühlen.
  2. Tethering zieht auch übelst Strom, daher hängt das Smartphone permanent am Ladegerät. Ob das so gut ist für den Akku? Oder ob er schon in einem Monat den Geist aufgibt?
  3. Was ist, wenn sich das Handy oder das Tethering doch mal abschaltet? Ich habe Mutter gar nicht beigebracht, wie sie das Telefon geschweige denn Tethering wieder zum Laufen bringt. Zum Glück bin ich am Sonntag nochmal zum Essen eingeladen,da haben wir auch Zeit für sowas.

Positiv zu verzeichnen ist, dass für mich auch gleich noch eine Sache rausgesprungen ist: Das neue Samsung Galaxy, das baugleich ist zu meinem, hatte einen Zweitakku dabei. Braucht Mutti nicht, aber ich, weil ich manchmal auf Velotouren Tethering und GPS anhabe – da geht der Strom weg wie nix.
Schön auch, dass das neue Handy, bei ebay ersteigert, eine andere Plastikschale hatte als meines. Da steht sogar „Google“ drauf – habe ich gleich mal ausgetauscht und auf mein Telefon geklemmt:

Foto meiner neuen Handyschale mit Google-Logo

Meine neue Handyschale – „with Google“

Klarer Nachteil der ganzen Aktion: Mutti ist jetzt auf Facebook. Und dort mit mir befreundet. Jetzt muss ich mich gesittet benehmen 🙁

Wenn Feuerwehrleute zu Holzfällern werden

Ach Tagebuch, ich hätte noch so viele andere passende Überschriften für diesen Beitrag parat gehabt. Zum Beispiel diese hier:

  • „Mit Feuerwehrleuten auf Zeckenjagd“ (toller SEO-Begriff für etwaiges rechtslastiges Publikum)
  • „Mutti guckt sich mal dein Knie an“
  • oder auch einfach: „Glück im Unglück“

Aber leider lässt WordPress nur eine Überschrift zu. Was ist bloss aus dieser Welt geworden?

Immer noch ein passabler Ort, wie ich heute lernen durfte. Mit meiner VTTBFF @biniPhone war ich am Nachmittag auf einer Mountainbike-Tour hoch auf den Belpberg. Und wir haben es auch bis ganz nach oben geschafft (obwohl sie mich dabei hatte).

Die Auffahrt war spannend, die Abfahrt noch mehr. Denn während ich die Belpbergstrasse mit gefühlten 80 km/h runter- und dabei fast in eine Steinwand reinraste (Kurve zu schnell genommen), dachte ich mir – ganz Multitaskingkünstler halt – „Moment mal, warum liegt denn da ein Motorrad quer auf der Fahrbahn?“

Meine Begleiterin und ich hielten an, sahen, dass da offenbar jemand mit seinem Töff in die Leitplanken gekracht war, und folgerichtig musste der- oder diejenige abseits der Strasse, jenseits der Leitplanke, irgendwo auf dem stark abschüssigen Gelände dahinter im Wald liegen.

Tat er auch. Darum gehts aber nicht, denn das hier ist kein Sensationsbericht.

Die eigentliche Sensation ist nämlich: Wie schnell an diesem relativ abseits gelegenen Ort eine komplette Rettungsmannschaft inkl. Ambulanzwagen und Bergungstrupp der Feuerwehr zugegen war! Nur etwa 10-12 Minuten hatte es nach unserem Anruf bei der 144 gedauert, bis erstmal ein Wagen vom Bevölkerungsschutz ankam – quasi die nachrichtendienstliche Vorhut. Diese Person teilte den Einsatzkräften von Feuerwehr und Polizei den genauen Unfallort mit (wir hatten ja nur sowas sagen können wie: „Irgendwo auf der Bergstrasse zwischen Belp und Chutzen“) und prompt trafen wenige Minuten später vier weitere Rettungsfahrzeuge ein. Dazu noch diverse Privat-PKW, denn eine Vielzahl der Feuerwehrleute hier auf dem Land kommt offenbar mit dem eigenen Fahrzeug zum Einsatzort (umso erstaunlicher, dass trotzdem alle zeitgleich binnen kürzester Frist vor Ort sind).

Anreisefahrzeuge der Rettungsmannschaft

Die Privat-PKW gehörten nicht unbeteiligten Reisenden, die warten mussten, weil die Strasse gesperrt war, sondern waren die Fahrzeuge der Rettungskräfte.

Da wir diejenigen waren, die den Notruf alarmiert hatten, mussten wir bis zur Aufnahme unserer Personalien noch eine ganze Zeit am Unfallort bleiben. Apropos Aufnahme: Diese Zeit haben wir für ein paar Fotos genutzt. Nein, nicht vom Opfer! Und wir haben uns auch nicht zwischen die Rettungsarbeiten gedrängelt und diese dabei behindert! Aber abseits vom Hauptgeschehen stehend liess sich gut der oben beschriebene Eindruck fotografisch dokumentieren, nämlich dass so eine ruhige Bergstrasse in Rekordzeit ein ordentlich abgesperrter und versorgter Unfallort ist:

Einsatzfahrzeuge der Rettungskräfte

Vor diesen Einsatzfahrzeugen stand noch der Wagen vom Bevölkerungsschutz.

Was war jetzt der spezielle Clou an dem ganzen, dass dieser Artikel hier im Blog gelandet ist? Sensationsgier? Nö. Aber auch wenn wir keine Schaulustigen aka Gaffer waren, so habe ich mich diesmal doch – entsprechend meiner Herkunft – als Gummihals hervorgetan: Während die Feuerwehrleute den halben Wald abseits der Strasse rodeten, um einen Rettungsschlitten zum Verunfallten hinunterlassen zu können, fragte einer der beiden anwesenden Polizisten zunächst nach unseren Personalien und dann noch: „Aber ihnen geht es gut, ja“?

Worauf ich sagte: „Nö, ich habe eine Zecke im Knie. Habe ich mir beim Biken im hohen Gras eingefangen.“

Und tatsächlich fand sich dann eine Feuerwehrfrau, die einen riesigen Metallkoffer mit allerhand medizinischen Geräten darin anschleppte und mir professionell die Zecke binnen Sekunden komplett entfernte.

Was soll ich sagen – wenn dieser Motorradfahrer nicht gewesen wäre, der (leicht alkoholisiert, wie sich herausstellte) in die Leitplanke und danach in den Wald krachte, dann hätte ich erst umständlich zur Apotheke fahren, eine Zeckenzange besorgen und mich selbst behandeln müssen. So aber kam ich bereits 45 Minuten nach dem Zeckenbiss in den Genuss einer professionellen Behandlung unter schönstem  blauen Himmel.

Glück im Unglück. Danke, Motorradfahrer. Ich empfehle dir deshalb aber nicht, auch zukünftig immer angetrunken am Strassenverkehr teilzunehmen.

Watt willste?

Immer wieder werde ich als Zahnarztfrau gefragt:

„Digitaler Hebel, stimmt es, du bist nächste Woche in Berlin? Bringste mir wat mit?“

Sach icke:
„Klar, watt wünschste dir denn? Schreibs mir hier als Kommentar uff oda inen Tweet. Villich tüei dra dänke.“

Trinker dank SBB

Das letzte Wochenende war ja sehr lang (Auffahrt, Brückentag, reguläres Wochenende), und was macht man natürlich am besten, wenn man vier Tage frei hat? Genau – man wird krank.

Trotz Grippe und Fieber habe ich es mir aber nicht nehmen lassen, am Sonntag zum Bahnhof Bern zu fahren. Und das nur, weil dies der letzte Tag war, an dem ich einen meiner 3 aktuellen Gutscheine aus der App SBB.Connect einlösen konnte.

Was, du kennst SBB.Connect nicht? Dabei gibts das für iPhone und Android, und eines davon wirst du ja wohl haben! Oder bist du so ein Windows-Phone- oder gar Blackberry-Warmduscher? Nein? Also bitte, dann informier dich über SBB.Connect auf sbb.ch oder auch ganz sozial auf Facebook.

Das ist jetzt schon der 6. Gutschein, den ich bei SBB.Connect für mein vieles Reisen mit dem Zug erhalten habe, und diesmal, dachte ich mir, muss ich auch mal zuschlagen. Immerhin gab es einen Gratis-Flaschenöffner, wenn man bei „Drinks of the World“ Bier aus zwei verschiedenen Ländern kaufen würde.

Ehrlich gesagt, ich habe es nicht wegen des Flaschenöffners getan. Ich bin zwar aus Deutschland, aber kein wirklicher Gummihals. Und ich habe es auch nicht wegen des Biers getan (ich trinke eigentlich nie allein zu Hause). Aber getreu dem Motto meines Chefs „Eat your own dog food“ wollte ich mal sehen, wie unsere App und das mit den Gutscheinen funktioniert. Schliesslich sitzt der Gesamtprojektleiter von SBB.Connect in derselben Abteilung wie ich und deshalb bin ich zwangsweise ein Early Adopter.

Zwei Dinge sind mir beim Einlösen des Gutscheins an der Kasse vom „Drinks of the World“ aufgefallen:

  1. Man muss online sein. Ja, die Gutscheine werden einem in der App auf dem Mobile Device nur angezeigt, wenn man eine Internetverbindung aufgebaut hat. Schade, sollte dies mal aus baulichen Gründen nicht gehen (zu dicke Wände im Bahnhof, schlechtes Mobilfunksignal, kein WLAN) oder einfach, weil man jung ist (bin ich nicht), nur ein Prepaid-Guthaben hat und deshalb nicht immerzu mit dem Handy online gehen kann. Aber du hast Recht – so junge Leute dürfen eh kein Bier kaufen! (Aber es gibt doch auch noch andere Gutscheine bei SBB.Connect, z. B. aktuell von Marionnaud und mobilezone, und wer weiss, ob es in den Läden immer ein Mobilfunksignal oder kostenloses WLAN gibt.)
  2. Ich war so enttäuscht: Der Gutschein wird nicht eingescannt, mit irgendeinem Barcode oder so, sondern die Person an der Kasse guckt nur drauf, vergewissert sich, dass der Gutschein noch nicht abgelaufen ist, und sagt dann: „Okay, ich hol mal den Flaschenöffner.“ Das war mir dann irgendwie zu wenig Hightech und zuviel Handarbeit. Aber Hauptsache, es funktioniert und erfüllt seinen Zweck.

Was auf jeden Fall funktioniert hat: das Umsatzankurbeln! Ich habe noch nie bei „Drinks of the World“ etwas eingekauft. Und jetzt bin ich nicht nur mit meinen zwei „Pflicht“-Bieren nach Hause gegangen, sondern mit einer ganzen Batterie von Bieren:

Alle meine Biere im Sonnenlicht.

Artgerechte Bierhaltung

Warum ich so viel gekauft habe? 1. war mir nicht klar, dass es Bier auch in 1-Liter-Flaschen gibt, und 2. war mir nicht klar, dass es das Simpsons-Bier „Duff“ wirklich gibt! Die Beweise hierfür muss ich daheim regelmässig anfassen können, sonst glaube ich es nicht lange.

Noch schlimmer: Weil ich dann ja auch diesen Gratis-Flaschenöffner besass, habe ich mir daheim tatsächlich eines der Biere aufgemacht (nein, nicht die 1-Liter-Flasche). Sowas mache ich sonst nie. So schnell gehts.

Noch mehr solche Gutscheine und meine nächsten Blogbeiträge kommen aus der Betty-Ford-Klinik.

Der Flaschenöffner von "Drinks of the World"

Ein analoger Hebel aus dem digitalen Hebel

KeinDeal

Ich habe immer geahnt, dass diese ganzen Deal-Plattformen im Internet nicht wirklich Schnäppchen feilbieten. Aber sowas kann man erst richtig beurteilen, wenn mal eine Produktgattung eingestellt wird, mit der man sich auskennt.

Und das ist aktuell der Fall mit dem Pininfarina-City-Klapprad auf DeinDeal.ch. Schon allein die aufgelisteten Details des Velos lassen mich schaudern:

  1. Über 800 Franken soll das Ding mal gekostet haben?? Bei der Ausstattung??? Shimano Altus und NoName-Teile sind da dran. Ist DeinDeal jetzt eine Satire-Seite?
  2. Das Gewicht ist mit 16 kg angegeben. Für den ursprünglichen Preis von mehr als 800 CHF sind das mindestens 4 kg zuviel. Aber vielleicht zählt dieser Ballast als zusätzlicher Fitnessfaktor? Es gibt ja auch Jogger, die sich Laufgewichte an die Beine hängen.
  3. Das Ding ist einfach hässlich. Und wenn die da noch 10 mal „Pininfarina“ ranschreiben – es ist und bleibt ein Einrichtungsgegenstand für Geisterbahnen.

Abschliessend muss ich sagen: So ein Ding dürfte maximal im Eingangsberich eines Baumarktes stehen und sollte auch dort ganz regulär höchstens 200 CHF kosten. Aber auf die Idee sind ja schon andere gekommen, unter anderem Verkäufer auf Amazon und überhaupt ganz, ganz viele Online-Shops.

Bezahl-Content im Internet

Inspiriert durch diesen Tweet meines Chefs (der ab und zu auch mal bloggt) und den damit verlinkten Tagi-Artikel über Bezahl-Kanäle bei YouTube erinnerte ich mich heute, dass ich hier ja was über Bezahlinhalte im Internet schreiben wollte.

Ich selber habe bisher kaum kostenpflichtige Inhalte konsumiert. Nachdem ich mit der journalistischen Qualität von Spiegel Online inzwischen aber unzufrieden bin und gern auch mal längere Artikel lese, habe ich mich für ein Digital-Abo der Wochenzeitschrift DIE ZEIT entschieden. Das ist billiger als die Papierausgabe und mich interessiert einfach: Wie ist das Handling? Macht es Spass, digital zu lesen?

Und genau da habe ich auch mein Problem mit kostenpflichtigen Inhalten entdeckt: Von frei verfügbaren Inhalten bin ich es inzwischen gewohnt, dass ich sie mit wenigen Klicks liken, sharen, empfehlen kann. Kurz: Ich kann sie weiterverbreiten oder zumindest darauf hinweisen und andere Internet-Benutzerinnen schnell zu diesen Inhalten hinlenken. Wenn ich DIE ZEIT jedoch auf meinem  Kindle oder in der eigenen ZEIT-Android-App lese (die übrigens ein ziemlicher Graus ist, auch in ihrer Version als Web-App), dann bin ich isoliert. Auf Artikel, die mich besonders begeistern, kann ich nicht schnell aufmerksam machen auf so reichweitenstarken Plattformen wie Facebook, Twitter oder Google+. Statt dessen bleibt mir nur das persönliche Gespräch und ich muss meine Kontakte davon überzeugen, die entsprechende Ausgabe oder dieses und jenes Abo auch zu kaufen. Blöd.

Gelungen finde ich hier noch den Ansatz von Amazon. Liest man ein E-Book auf dem Kindle oder in einer Kindle-App, kann man Textstellen auswählen, markieren und als Zitat mitteilen. Habe ich hier mal anschauungsweise gemacht. Das Ganze kann man dann noch automatisch bei Facebook oder Twitter einstellen lassen.

Das wäre vielleicht noch eine gute Idee für DIE ZEIT: Man sollte aus der Lese-App öffentlich zugänglich zitieren können, ein Link führt dann zu einem etwas längeren Teaser des Artikels, und wenn der Angelockte den ganzen Beitrag lesen möchte, muss er bezahlen.

Das wäre doch was! Hach, ich bin so klug.

Meine Mutti, die Amazone

Es war eine Zeit lang ruhig hier. Lag aber nicht daran, dass ich in Berlin war (die haben da auch Internet, habe ich gehört), sondern dass ich gerade einen genialen Plan aushecke.

Und zwar überlege ich, wie ich bei meiner Mutter den digitalen Hebel ansetzen kann!

Das tönt jetzt erstmal etwas anrüchig, aber eigentlich möchte ich meine Mutter nur ins Internet bekommen. Also, nicht die ganze Mutter, sondern sie soll da nur reingucken können, in dieses Internet. Und vielleicht reinschreiben, aber das ist Ausbaustufe 2.

Meine Mutter ist nämlich die Einzige, die nie etwas von mir mitbekommt. Weil sie einfach keinen Internetanschluss hat. Der Rest der Welt kann jeden Tag aktuelle Fotos von mir anschauen, mir auf 4square, Twitter, Facebook, G+ etc. folgen – nur Mutti sagt immer noch so altbackene Sachen wie: „Wann rufst du denn mal wieder an?!?“ (Und das sagt sie jedes Mal recht vorwurfsvoll.)

Nun ist aber das Problem, dass meine Mutter noch nie einen Computer in der Hand hatte. Ein Handy hat sie und kann damit auch SMS schreiben, SMS lesen und sie beantworten. Das ist aber, wie ich finde, fernab von einem soliden Fundament in EDV-Kenntnissen.

Worauf ich gar keine Lust habe, ist, meiner Mutter einen klassischen PC oder Laptop hinzustellen (Tastatur, igitt). Oder ihren Vertrag mit der Telekom so abzuändern, dass sie auch surfen kann. Bis ich ihr erklärt habe, welches Datenmodell/-abo sie da wie kaufen muss und bis ich sie von den zusätzlichen Kosten überzeugt habe, wird der Begriff „Web 2.0″ nicht mal mehr von irgendwelchen Business“spezialisten“ und Beratern gebraucht!

Also ist der Plan der: Ich kaufe eine Prepaid-Karte von Ay Yildiz und buche deren mobile Internetflatrate dazu. 100 MB Highspeedtraffic monatlich zum Preis von 5 Euro (danach Drosselung) sollten meiner Mutter anfangs reichen. Bin froh, wenn sie überhaupt was runterlädt.

Dazu ersteigere ich bei ebay ein gebrauchtes Samsung Galaxy der 1. Generation (so eines habe ich aktuell auch noch), gerne mit zerscheppertem Display (Hauptsache, die Touchscreenfunktion geht noch). Das kostet dann nämlich nur maximal 50 Euro und wird Mamis Liebling, äh, Hotspot. Das heisst, sie soll dieses Smartphone gar nicht täglich in die Hand nehmen und darauf umsteigen, sondern es einfach nur in die Ecke legen, Tethering an und das Ding permanent am Strom. Fertig ist der mobile Hotspot, auch wenn er nur daheim rumliegt.

Schliesslich noch das Endgerät: Da habe ich mir gedacht, ein Tablet ist intuitiver zumindest als alles andere. Damit das ganze Unternehmen kein finanzielles Desaster wird (falls Mutti doch nicht klarkommt), soll es ein Amazon Kindle Fire werden. Kostet neu nicht sehr viel (das ist mir Mutti grad noch Wert) und ich vermute ganz stark, die von Amazon haben die Oberfläche ihres Android so gut angepasst, dass auch Omma damit klar kommt.

Dann werde ich ihr noch ein paar SoMe-Accounts einrichten (möglichst so, dass sie niemals ein Passwort eingeben muss) und schon kann sie auch mal sehen, welche tollen Fotos der schönen Schweizer Berge ich ab und an schiesse.

Zu guter Letzt gehe ich dann nochmal alle meine Facebook-Einträge durch und prüfe, wo ich pubertäre „Meine Mutter“-Witze gemacht habe. Bei denen ändere ich dann sämtlich die Berechtigungen so ab, dass Mutti sie niemals lesen kann.

Da ich weiss, dass ich solche blöden Witze recht oft gemacht habe (und immer noch mache), bin ich dann wohl mal die nächsten drei Jahre weg.

Kundencalls „SBB Mobile“

Da war ja letztens dieser Hackathon im SBB Project Office in Zürich, und ich durfte dabei die Bekanntschaft von Benedikt Köppel machen. Benedikt ist nicht nur ein sehr kompetenter Ingenieur, Robotertrainer und Vizepräsident vom Entrepreneur Club, sondern auch Nutzer der App „SBB Mobile„.

Mit der hat er aber zum Teil Mühe. Und wenn so ein kluger Kopf mit etwas Mühe hat, ist vielleicht das Produkt nicht ausgereift oder nicht genügend selbsterklärend. Schauen wir doch mal, welche Probleme Benedikt mir klagte:

  1. Wenn Benedikt uf d Zug säcklet und dabei via SBB Mobile eine Fahrplanabfrage machen will, dann drängelt sich ständig das letzte von ihm gekaufte Billette vor. Es will unbedingt beachtet werden und legt sich über die Eingabemaske vom Online-Fahrplan. Nun, zuerst hat mich daran fasziniert, dass Benedikt es überhaupt schafft, während des Rennens in diese kleinen Eingabefelder auf dem Natel Buchstaben und Zahlen einzutippen – und zwar die Richtigen! Er hat mir präsentiert, wie er das macht: In der einen Hand einen Kaffee, in der anderen den Laptop, und mit den Händen 3 und 4 hält er sein Mobiltelefon und tippt gleichzeitig darauf etwas ein. Da war mir klar: Der Mann ist ein richtiger Digital Native!
    Aber zurück zum Problem. Mir als Spezialisten der SBB war ebenfalls sofort klar: Hier handelt es sich um die „Schüttelfunktion“ der App. Diese nutzt die Beschleunigungssensoren eines Smartphones, und wenn diese vermerken, dass das Handy geschüttelt wird, dann zeigt die App automatisch das zuletzt gekaufte Mobile-Ticket an. Hat den Sinn, dass man, wenn im Zug der Zugbegleiter aka Kondukteur vorbeikommt und den Fahrschein sehen möchte, man sich nicht erst mühsam durch einen Haufen Menüpunkte der App klicken muss. Schütteln genügt, und man hat sofort in der Hand, was der Zugbegleiter sehen möchte.Wenn man das nicht unbedingt möchte – so wie Benedikt – dann kann man diese Funktion auch abschalten. Das Menü hierzu findet man unter Einstellungen – Schüttelfunktion:

    Screenshot der App

    Screenshot der App „SBB Mobile“ auf Android

Tja, jetzt hätte ich eigentlich gern noch von den zwei anderen Problemen Benedikts mit SBB Mobile berichtet, aber dann wird dieser Blogbeitrag viel zu lang und es liest ihn keiner bis zu Ende. Ausserdem sitze ich gerade im Nachtzug von Basel auf Berlin und bin noch etwas müde. Hebe ich mir die beiden anderen „Kundencalls“ doch für gesonderte Beiträge auf.

Have a schönis Weekend!

Vorübergehende Massnahme, aus Gründen.

Aus Gründen musste ich die präsenteste Farbe dieses Blogs vorübergehend auf ein bezauberndes Lila ändern. Ich möchte was testen und brauche dazu klare Kontraste. Nicht immer nur dieses Weiss-Grau-Hellgrau-Dunkelweiss-Gewechsel.

Wenns dir nicht passt, dann geh doch woanders lesen! Gerade wurde von Lydia Gebel ein Text auf den Seiten vom Berliner Autorenclub quertext veröffentlicht, vielleicht gefällt dir deren Layout ja besser.